"abstrich"

freischaffender Künstler, Kurzfilm
„abstrich“ – ein Film von Friedrich Zirm
Der Kurzfilm ist eine Metapher für Menschen mit Behinderung und/oder allgemeinen
Einschränkungen, die dadurch auf Unterstützung von Außen angewiesen sind.
Zwei mögliche Positionen, aus welchen der Film gesehen werden kann:
Die erste, die Position des bildenden Künstlers betrachtend, und die Zweite, die weitaus
bedeutendere, der menschlich ethischen Position.
Dieser erste Blickwinkel beleuchtet Friedrich Zirm als Künstler, dessen Kunst nicht
gebraucht wird. Sie geht in der Reizüberflutung der so genannten Informationsmedien
unter und wird letzten Endes aus Kostengründen abgeschafft.
Die zweite Betrachtungsweise beschreibt die tatsächliche Alltagssituation von älteren
Mitmenschen oder Kranken oder Gehandicapten, die nicht in der Lage sind, ihren Willen
entweder zu äußern oder in die Tat umzusetzen. Sie vegetieren in Einrichtungen,
Pflegeheimen und Krankenstationen vor sich hin. Sie sind am Ende ihres Lebens
angekommen, ohne am Ende zu sein. Sie sind abgeschaltet, sie sind satt und sauber. Ihre
ureigenen Fähigkeiten werden konsequent und gnadenlos ignoriert. Sie bekommen
keine Chance, ihre Erfahrungen, ihre Lebensweisheit, welcher Art auch immer, uns
mitzuteilen und ihre Tatkraft zu entwickeln. Obwohl es uns sehr gut anstehen würde,
auch diese, mitunter leisen, aber dennoch wichtigen Töne zu hören und vielleicht auch
ihren Rat anzunehmen.
Der freischaffende Künstler Friedrich Zirm hatte großes Glück, ein intaktes soziales Netz
um sich zu wissen, was ihm ermöglicht hat, intensiv zu studieren und seinen Weg
eigenständig zu gehen. Er sieht es als seine Aufgabe und Berufung als Künstler und
Mensch, Fragen zu stellen!
Sind wir wirklich Willens, diesen Abstrich zu machen?
(zitiert nach: „Zu dem Kurzfilm „Abstrich“, Friedrich Zirm)
Friedrich Zirm
1963 in Heidenheim/Br. geboren
1985 – 1989 Studium a.d. Freien Kunstschule, Nürtingen
1989 – 1995 Studium der Freien Grafik bei Prof. Schoofs a.d.
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
1995 – 1997 Aufbaustudium bei Prof. C. Güdermann
seit 1998 freischaffend
1998 7-monatiges DAAD-Stipendium in Rom
1999 Debütentenausstellung an der Akademie der Bildenden Künste,
Stuttgart
1999 Stipendium des Landes Baden-Württemberg
2001 Reisestipedium der Akademie der Bildenden Künste in Adalusien
(Studium der maurischen Architektur)
Einzelausstellungen
1991 Kulturzentrum Konstanz
Kloster Ochsenhausen
1992 Galerie im Schelztorturm, Esslingen
1993 Rathaus Kirchheim/Teck
1996 Studiogalerie, Nürtingen
1997 Kunstschule Nürtingen
1999 Künstlergilde Ulm
2000 Staatl. Hochbauamt Ulm
Rathaus Heidenheim/Br.
Doppelausstellung: Kunstverein & Sparkasse Chemnitz
Kunsthaus Frölich, Stuttgart
2002 Stadtbücherei Reutlingen
2003 Kunsthaus Frölich, Stuttgart
Hohenwart Pforzheim
2004 Künstlerbund Stuttgart
2008 „Oberlichtsaal“ Sindelfingen
Ausstellungsbeteiligungen
1997 Studenten der Kunstakademie Stuttgart in Dresden
1998 Kunstpreis „Junger Westen“, Recklinghausen
1999 Klassenausstellung der Kunstakademie Stuttgart in Ettlingen;
„Kleine Galerie“, Bad Waldsee
2003 Städtische Galerie Pfullendorf
2004 Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen (Zeichnungen/Auswahl badenwürttembergischer
Zeichner);
Galerie „Blaues Haus“, Böblingen
2005 Stadthalle Nürtingen;
Rathaus Böblingen
2006 Galerie im Südwestfunk Stuttgart
2008 Wanderausstellung dm-Markt „Mein Leben in Tüten“;
Wettbewerb: BVG für Innenraumgestaltung
2010 Gesundheitswoche Böblingen




